Schwere Erdbeben mit Epizentrum in der Nähe von Caracas in Venezuela
Schwere Erdbeben haben Venezuela erschüttert. Das erste schwere Erdbeben hat sich am 24.06.2025 um 22:04 UTC in der Nähe von Yumare von Venezuela ereignet. Dieses Erdbeben hatte eine Bebentiefe von ca. 20,3 km mit eine Bebenstärke von 7,2. Dieses Erbeben war nach Angaben der USGS, der amerikanischen Erdbebenwarte, ein Vorbote für das eigentliche Erdbeben, das sich nur ca. 30 Sekunden später um 22:05 Uhr (UTC) ereignete. Dieses Beben hatte eine Bebentiefe von ca. 10 km und bezifferte eine Stärke von 7,5.
Das Epizentrum dieses Erdbebens lag ca. 28,5 kn von Yumare (Venezuela), ca. 29,4 km von Montalbán (Venezuela), ca. 31,5 knm von San Felipe (Venezuela) und ca. 32,8 km von Miranda (Venezuela) entfernt. Bis zur Hauptstadt Caracas waren es ca. 162 km.
Das Epizentrum lag ca. 30 km von der Küste entfernt. Auch in den sich in der Nähe befindenen Ländern wie Puerto Rico, Kolumbien, Trinidad und Tobago und die Dominikanische Republik wurden die Beben gespürt.
Viele Menschen in der Region liefen auf die Strassen um sich zu schützen. Anwohner wurden zuerst von einen starken Zittern der Erde alamiert. Nach einer ersten Einschätzung sind massive Schäden aufgetreten und auch Todesfälle können nicht ausgeschlossen werden.
In dieser Region treffen tektonische Platten aufeinander. Das Erdbeben der Stärke 7,5 am 24. Juni 2026 südöstlich von Yumare, Venezuela, entstand, laut der USGS, durch eine flache Blattverschiebung nahe der komplexen Plattengrenze zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte. Am Epizentrum bewegt sich die Karibische Platte mit einer Geschwindigkeit von ca. 20 mm/Jahr relativ zur Südamerikanischen Platte nach Osten. Diese Bewegung wird hauptsächlich durch ein großes System rechtslateraler Blattverschiebungen im Norden Venezuelas aufgenommen. Das Epizentrum, die geringe Tiefe (10,0 km) und der rechtslaterale Blattverschiebungsmechanismus des Erdbebens deuten auf einen Bruch entlang dieses Plattengrenzensystems entlang des Boconó-Verwerfungssystems hin.
Dieses Ereignis war das Hauptbeben einer schweren seismischen Doppelbebenfolge und ereignete sich nur 39 Sekunden nach einem Vorbeben der Stärke 7,2. Eine Doppelbebenfolge – definiert als zwei Erdbeben ähnlicher Stärke, die zeitlich und räumlich nahe beieinander auftreten – deutet wahrscheinlich auf einen komplexen Bruchprozess mit Wechselwirkungen zwischen den Bruchzonen hin.
Obwohl Erdbeben dieser Stärke üblicherweise als Punkte auf Karten dargestellt werden, beschreibt man sie genauer als Verschiebungen entlang einer größeren Verwerfungsfläche. Horizontalverschiebungen der Stärke des Erdbebens vom 24. Juni 2026 erstrecken sich typischerweise über etwa 150 x 20 km (Länge x Breite).
Nordvenezuela ist bekannt für seine starken und verheerenden Erdbeben. Im unmittelbaren Umkreis von 250 km um die Epizentren der Erdbeben vom 24. Juni 2026 ereigneten sich jedoch im vergangenen Jahrhundert nur sieben Erdbeben mit einer Magnitude von 6 oder höher. Die Region erlebte im September 2025 ein Doppelbeben der Magnitude 6,2 und 6,3, das west-südwestlich des Bebens von 2026 stattfand. Diese Bebensequenz forderte mindestens ein Todesopfer, über 110 Verletzte und verursachte erhebliche Gebäudeschäden in Zulia und Lara. Im September 2009 verletzte ein Erdbeben der Stärke 6,4 in Richtung Ostnordost 18 Menschen und beschädigte Gebäude in der Nähe von Morón. Ein Beben der Stärke 6,0 im Jahr 1989 verursachte leichte Schäden in der Region Valencia. Weiter westlich erschütterte im April 1975 ein Erdbeben der Stärke 6,1 die Region. Das verheerendste Erdbeben der Neuzeit in der Umgebung war das Erdbeben von Caracas im Juli 1967 mit einer Stärke von 6,6. Das Epizentrum lag etwa 131 km östlich des Epizentrums. Es forderte rund 240 Todesopfer, Hunderte von Verletzten, den Einsturz mehrerer Hochhäuser und verursachte weitreichende Zerstörungen. In Venezuela insgesamt gab es seit 1900 fünf Erdbeben der Stärke 7 oder höher im Norden des Landes oder in Küstennähe.
Quelle: USGS
