
Hier ist deutlich zu sehen, dass die antimikrobiellen Peptide das Wachstum von Bakterien, in diesem Fall des Karies verursachenden Streptococcus mutans verhindern konnten. (© Fraunhofer IZI)
Antibiotika gehören zu den großen Errungenschaften der Medizin. Doch immer häufiger fällt die einstige Allzweckwaffe im Kampf gegen Infektionskrankheiten aus: Bakterien entwickeln zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika. Forscher haben jetzt ein Therapieäquivalent gefunden, das Penicillin und Co. künftig ersetzen könnte.
Immer mehr Krankheitserreger sind immun gegen Antibiotika, einige Bakterien lassen sich schon heute nicht mehr bekämpfen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor wachsenden Resistenzen gegen die einst so potenten Medikamente. Wenn nicht schnell Gegenmaßnahmen ergriffen würden, könnten schon bald zahlreiche häufig vorkommende Infektionen nicht mehr behandelt Weiterlesen
Ein Forscherteam um Christian Hertweck hat zum ersten Mal anaerobe Bakterien zur Bildung von Antibiotika bewegen können. Die Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie -Hans-Knöll-Institut in Jena imitierten durch Zugabe von Bodenextrakt zum Nährmedium die Verhältnisse in der Natur. Das Bodenbakterium Clostridium cellulolyticum stimulierten sie dadurch zur Bildung einer Verbindung, die unter den üblichen Laborbedingungen nicht produziert wird. Die als Closthioamid bezeichnete neue Substanz ist gegen Problemkeime wie multiresistente Staphylokokken wirksam und könnte als Grundlage für die Entwicklung einer neuen Antibiotika-Generation dienen.
Jena. Erstmals ist es gelungen, anaerobe Bakterien zur Bildung von Antibiotika zu bewegen. Solche Mikroorganismen, die nur in völliger Abwesenheit von Sauerstoff gedeihen können, waren bislang als Wirkstoff-Produzenten völlig unbekannt. Christian Hertweck und sein Team vom Leibniz-Institut… Weiterlesen
In Münster am Universitätsklinikum (UKM) sind in der zurückliegenden Woche deutschlandweit zum ersten Mal die Krankheitsverläufe zweier Patienten dokumentiert worden, die offensichtlich eine Resistenz gegen das bislang üblicherweise gegen die Schweinegrippe eingesetzte Medikament „Tamiflu” entwickelt haben. „Die Resistenz bedeutet, dass sich das Virus während der Therapie mit Tamiflu verändert hat”, erläutert Prof. Dr. Georg Peters, Direktor des UKM-Instituts für klinische Mikrobiologie. Der Virologe Oberarzt Prof. Joachim Kühn (UKM-Institut für medizinische Mikrobiologie) und seine Mitarbeiter konnten die Patienten also vor, während und nach der Therapie mit Tamiflu beobachten. „Diese Ergebnisse belegten, wie rasch sich eine Resistenz gegen die wenigen, derzeit verfügbaren Medikamente entwickeln kann.”
Vorstandsvorsitzender und ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. Norbert Roeder, erinnerte erneut an das Verantwortungsbewusstsein von Ärzten… Weiterlesen
Das Nationale Institut für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) gab bekannt, dass ein Todesfall durch eine Infektion mit einer Mutation des Influenza A/H1N1 Virus in den Niederlanden aufgetreten ist. Der Mann kam aus der Provinz Groningen.
Drei Patienten in den Niederlanden waren bereits mit einer Tamiflu-resistenten A (H1N1) Influenza diagnostiziert worden. Einer der drei Patienten ist nun gestorben. Er war bereits schwer krank, bevor er sich mit dem Influenza Virus infiziert hatte.
Bereits in der letzten Wochen wurden Mutationen des Influenza A/H1N1 Virus aus Norwegen, Frankreich, Hong Kong und Italien berichtet.
Die beiden Fälle in Frankreich sind unabhängig von einander aufgetreten. Die Verstorbenen standen in keinerlei Beziehung zu einander und kamen aus verschiedenen Städten. Die InVS wies darauf hin, dass diese… Weiterlesen
Die Mehrzahl der Influenza A/H1N1 Viren sind anfällig auf den Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir (ein antivirales Medikament). Sporadisch werden einzelne Fälle oder kleine Cluster von Resistenzen auf Oseltamivir nach H1N1 Infizierungen weltweit nachgewiesen. Insgesamt 21 Fälle von Resistenzen auf das antivirale Medikament Oseltamivir wurden bei Influenza A/H1N1 Viren in den USA seit April 2009 ermittelt. Bei Proben, die seit dem 01.09.2009 gesammelt wurden, sind elf Fälle einer Resistenz in den USA identifiziert worden. Sieben davon wurden in der letzten Woche neu festgestellt. Alle getesteten Viren behalten ihre Sensibilität für die Neuraminidase-Hemmer Zanamivir (ein anderes antivirales Medikament).
Laut der WHO gab es bereits weltweit ähnliche Mutationen bei Viren. Durch Labor-Überwachungen der Influenza-Viren, die seit Ausbruch der Seuche April erfolgen, werden Veränderungen der Viren… Weiterlesen