Verglichen mit vorangegangenen Winterphasen in der Antarktis, hat sich an der Neumayer-Station III im Polarwinter des letzten Jahres (2009) ungefähr doppelt soviel Neuschnee angesammelt wie zuvor. “Wegen des ungewöhnlich hohen Schneezutrags musste das Stationsgebäude gleich dreimal nacheinander mit der Hydraulikanlage angehoben werden”, sagt Dr. Eberhard Kohlberg, seit Dezember 2009 Logistikkoordinator an der Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. Um das geplante Niveau zu erreichen, durchlief die Station seit November zwei Hubvorgänge, bei denen sie jeweils einen Meter höher aus dem Schnee wuchs. Der dritte und für diese Saison letzte Hub wird jetzt vollendet.
Mit Hilfe der Hydraulik heben die Techniker bei jedem Vorgang die Füße der Station einzeln an. Dann wird neuer Schnee untergeschoben und der… Weiterlesen
Die Inseln vor der westafrikanischen Küste bestehen ausschließlich aus ehemaligen oder noch aktiven Vulkanen. Für die Bewohner der Inselrepublik Kap Verde ist der sprichwörtliche Tanz auf dem Vulkan normal. Auch unter Wasser brodelt und bebt es regelmäßig, neue Vulkankegel wachsen vor der kapverdischen Küste Richtung Wasseroberfläche. Diesen Prozess und seine Auswirkungen auf die marine Ökologie der Region genauer zu untersuchen, ist Ziel einer Expedition des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR.
Eines der Hauptarbeitsgebiete der Kieler Geologen und Vulkanologen wird das erst 2005 entdeckte „Charles Darwin Vulkanfeld“ sein. Es liegt in etwa 4000 Meter Wassertiefe südlich der Kapverdischen Insel Santo Antao. Das Feld besteht aus mehreren Vulkankegeln, die wahrscheinlich zu einer neuen Kapverden-Insel zusammenwachsen werden. „Wir… Weiterlesen
Mehr als 570 Wissenschaftler aus 21 Ländern trafen sich in dieser Woche in Bremen, um über Schwerpunktthemen und Strategien für ein neues Ozeanbohr-Programm zu beraten. Dieses Forschungsprogramm soll das aktuelle, bis 2013 laufende Integrierte Ozeanbohr-Programm IODP ablösen. Der Tagungsort Bremen spielt im IODP eine wichtige Rolle, weil sich hier das größte von weltweit drei Bohrkernlagern befindet. “Dies ist wirklich ein historisches Treffen”, sagte Hans Christian Larsen, Vizepräsident des IODP. “Nie zuvor sind viele Wissenschaftler, die sich mit wissenschaftlichen Ozeanbohrungen befassen, an einem Ort zusammen gekommen. Ich freue mich insbesondere, dass so viele Nachwuchswissenschaftler hier in Bremen sind. Schließlich müssen sie ab 2013 das neue Programm tragen.”
In Plenar- und Arbeitsgruppensitzungen haben die Teilnehmer über etablierte und neue Forschungsfelder diskutiert. So… Weiterlesen
Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut haben auf einer Expedition mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian die Geologie des Meeresbodens in der Labradorsee untersucht. Vor der Südspitze Grönlands haben sie die so genannte Eirik Drift vermessen, eine mehrere hundert Kilometer lange, rückenartige Struktur. Dabei entdeckten sie am südwestlichen Rand ihres Untersuchungsgebietes einen unterseeischen Berg, der darauf hinweist, dass hier in den letzten Millionen Jahren Vulkane ausgebrochen sind.
Vor der Südspitze Grönlands erhebt sich die Eirik Drift etwa 2500 Meter über den umgebenden Meersboden. Seit ungefähr zehn Millionen Jahren lagern sich hier Sedimente ab und bilden eine rückenartige Struktur. Diese Sedimente werden von den Meeresströmungen in der Grönlandsee abgetragen und in der Labradorsee wieder abgelagert, wie man es auch von den strömungsbedingten Sandverlagerungen zum… Weiterlesen
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern, das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben wird, ist auf seiner 24. Arktisexpedition. 119 Wissenschaftler aus sieben Ländern untersuchen auf drei Fahrtabschnitten das gesamte Spektrum aktueller Arktisthemen: Klimageschichte und gegenwärtige Klimaentwicklung, Auswirkungen auf das Ökosystem von den Bakterien bis zu den Meeressäugern, sowie geowissenschaftliche Fragestellungen zur Sedimentstruktur und Tektonik der Arktis. Die Polarstern wird am 25. September in Bremerhaven zurück erwartet.
Der erste Fahrtabschnitt führt die Wissenschaftler durch die Grönlandsee und die Framstraße nach Longyearbyen auf Spitzbergen. Das Gebiet steht seit einigen Jahrzehnten verstärkt im Blickpunkt ozeanographischer Forschung, da sich dort Schlüsselprozesse im Ozean abspielen und die Region ausgesprochen empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen ist. In der Framstraße werden unter anderem Verankerungen von… Weiterlesen
Das Klima auf unserem blauen Planeten wird entscheidend von Meeresströmungen mitbestimmt. Eine gewichtige Rolle spielen dabei deren Temperaturen und Salzgehalte. In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Geology“ beschreibt ein deutsch-japanisches Forscherteam, wie sich der Salzgehalt im nördlichen Pazifik vor 100 Jahren drastisch verringerte. Gleichzeitig wurden die Winde, die den westpazifischen Kuroshiostrom antreiben, schwächer. Kurz darauf kam es auch zu Veränderungen im Nordatlantik: Dort wurde deutlich weniger arktisches Meereis gen Süden transportiert. Diskutiert wird, ob und wie die Klimaprozesse im Pazifik und Atlantik zusammenhängen.
Für ihre Untersuchungen konnten Dr. Thomas Felis und seine internationalen Kollegen auf einen im Pazifik erbohrten Korallenkern zurückgreifen. Bei dem Kern, der 2002 in knapp sechs Meter Wassertiefe auf den zu Japan gehörenden Ogasawara-Inseln gewonnen wurde, handelt es… Weiterlesen