UBA veröffentlicht neue Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“
Stickstoff hat zwei Gesichter: Er ist zum einen – als Grundbaustein der Natur – ein lebensnotwendiger Nährstoff, zum anderen ein gefährlicher Schadstoff für Menschen und Ökosysteme. Hauptverursacher so genannter reaktiver Stickstoffemissionen in alle Umweltmedien ist die Landwirtschaft mit mehr als 50 Prozent. Doch auch Emissionen aus dem Verkehr, aus Industrie und Energiegewinnung sowie aus Abwässern tragen jeweils mit annähernd 15 Prozent bei. In der neuen Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ stellt das Umweltbundesamt (UBA) die verschiedenen Wirkungen des Stickstoffs vor, benennt die wichtigsten Quellen und zeigt Möglichkeiten auf, schädliche Stickstofffreisetzungen zu reduzieren.
Stickstoff ist für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung – seine Verfügbarkeit bestimmt die Erträge auf den Feldern. Die… Weiterlesen
Veränderte Artenzusammensetzung und vermehrte Freisetzung des klimaschädlichen Lachgases
Es ist einer der weltweit am längsten laufenden Langzeitversuche zum Klimawandel: Seit mehr als zwölf Jahren wird auf der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation Linden des Instituts für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) der Einfluss des Klimawandels auf Dauergrünland untersucht. Dazu werden Wiesenflächen mit einer Kohlendioxid-Konzentration begast, wie sie in etwa 30 Jahren erwartet wird. Die Station betreibt die JLU gemeinsam mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie.
Die Befunde weisen darauf hin, dass sich die Artenzusammensetzung der Wiese verändern wird und klimaschädliche Spurengase vermehrt freigesetzt werden. Besonders besorgniserregend ist die – den Ergebnissen zufolge – auf mehr als das Doppelte ansteigende Freisetzung von Lachgas, da dieses Gas gegenüber Kohlendioxid einen rund 300fach… Weiterlesen
Den Verzehr von Milch- und Fleischprodukten einzuschränken und landwirtschaftliche Produktionsmethoden anzupassen, würde die globalen Emissionen von Treibhausgasen deutlich vermindern. Bis zum Jahr 2055 könnte der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent reduziert werden, berichten Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Ergebnisse ihrer Modellierungsstudie wurden kürzlich im Fachmagazin „Global Environmental Change“ veröffentlicht.
„Milch und Fleisch machen wirklich einen Unterschied“, sagt Alexander Popp vom PIK. „Vermindern wir den Konsum dieser Lebensmittel, könnten wir die künftigen landwirtschaftlichen Emissionen von Lachgas und Methan unter das Niveau von 1995 senken“, erklärt der leitende Autor der Studie. Bislang hat der Ausstoß von Treibhausgasen in der Landwirtschaft, größtenteils Lachgas und Methan, stetig zugenommen. Im Jahr 2005 betrug sein Anteil an… Weiterlesen

Langzeitstudie in der Mongolei: KIT-Wissenschaftler studierten ein Jahr lang die Auswirkungen von Beweidung auf die Entstehung von Lachgas im Boden. (Foto: KIT)
Lachgasemissionen, vor allem aus der Landwirtschaft, tragen wesentlich zum anthropogenen Treibhauseffekt bei. Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen führt die Viehhaltung in Steppen- und Präriegebieten jedoch nicht zu erhöhten Lachgasemissionen. Im Gegenteil: Sie reduziert die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre. Dies ermittelten Forscher des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK- IFU) des KIT bei Untersuchungen in China. Die Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts veröffentlichte jetzt die Fachzeitschrift “Nature”.
Nach Kohlendioxid (CO2) und Methan gehört Lachgas (N2O) zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Ein Kilogramm N2O ist rund 300 mal treibhauswirksamer als… Weiterlesen