Um die Stratosphäre zu erkunden haben Forscher gewaltige Ballons eingesetzt, die in der Lage sind auch gewichtige Instrumente mit über einer halbe Tonne Gewicht in Höhen von mehr als 30 Kilometern transportieren zu können. Die Ballons haben bei dem dort herrschenden geringen Luftdruck einen Durchmesser von rund 90 Metern. Ein von KIT-Forschern durchgeführtes Ballon-Experiment konnte nun erstmals den kompletten Tagesgang der Chemie im arktischen Polarwirbel bei Temperaturen nahe -90 °C vermessen.
Am 24.1.2010 um 1:46 Uhr startete die vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) koordinierte 750 kg schwere Ballonnutzlast zu einem 13-stündigen Messflug mitten in den nahezu -90 °C kalten Polarwirbel. Der Ballon wurde vom Esrange Space Center nahe Kiruna von der Swedish… Weiterlesen
Gewitter sind nicht nur spektakuläre Wetterereignisse, sie haben auch großen Einfluss auf die Chemie der Atmosphäre und das Klima der Erde. In Blitzen bildet sich aus Stickstoff und Sauerstoff in erheblichen Mengen Stickoxid (NO). Offen war die Frage, wie viel Stickoxid gebildet wird. Forscher vom Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kamen bei ihren Messungen nun zu einem überraschenden Ergebnis: In tropischen Gewittern entsteht weniger Stickoxid als erwartet.
Wissenschaftler vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen haben in den letzten Jahren extreme tropische Gewitter mit einer Vielzahl von Missionen mit Forschungsflugzeugen und sogenannten Blitzortungssystemen auf vier Kontinenten untersucht. Dabei ergaben sich aus den Ergebnissen grundlegend neue und unerwartete Erkenntnisse zu den Vorgängen… Weiterlesen
Das Polarflugzeug Polar 5, das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben wird, startet am kommenden Donnerstag (12. November) Richtung Antarktis. In der Saison 2009/10 wird Polar 5 in drei wissenschaftlichen Programmen eingesetzt und das etablierte antarktische Flugnetzwerk DROMLAN (Dronning Maud Land Air Networks) sowie diverse Feldprogramme logistisch unterstützen. Einschließlich der Flüge in die Antarktis und zurück leistet Polar 5 im Rahmen der Expedition voraussichtlich etwa 375 Flugstunden.
Die Flugpiste Novo Airfield nahe der russischen Station Novolazareveskaya ist für Wissenschaftler und Crew der kanadischen Firma Kenn Borek Air Limited die Basis für zwei geophysikalisch-glaziologische Projekte im ersten Saisonabschnitt. Seit mehreren Jahren werden die Polarforschungsflugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts zur Kartierung von geologischen Strukturen im weiteren Umfeld der Neumayer-Station über… Weiterlesen
Der Suche nach der Geschichte des Klimas sind jetzt Forscher wieder etwas näher gekommen. Am 20.08.2009 wurde die erste Saison des internationalen Bohrprojekts NEEM (North Greenland Eemian Ice Drilling) im Nordwesten Grönlands beendet. Ein Forscherteam mit Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft hat in 110 Tagen auf dem grönländischen Inlandeis einen Eiskern von insgesamt 1757,87 Metern Länge erbohrt und damit Daten über vermutlich mehr als 38.000 Jahre Klimageschichte erhalten. Das älteste Eis stammt aus einer Zeit, in der das Klima auf Grönland von starken Temperaturschwankungen geprägt war: durchschnittlich 10 bis 15 Grad Celsius innerhalb weniger Jahrzehnte. In den kommenden Jahren soll die Bohrung fortgesetzt werden, um Informationen über die letzte Warmzeit, des Eem vor rund 120.000… Weiterlesen
Mit einem Messcontainer an Bord eines Passagierfliegers durch die Abgasfahne eines Vulkanausbruchs: Dieses Glück hatten am 15. August 2008 die Wissenschaftler des Projekts CARIBIC, das am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz koordiniert wird. Am 7. August war im Pazifik der Vulkan Kasatochi ausgebrochen – ein Teil der Inselkette der Aleuten in Alaska. Die Wolke, die er in die Atmosphäre geschleudert hatte, vermaßen die Wissenschaftler eine Woche später in etwa 11 Kilometer Höhe beim Landeanflug auf Frankfurt. Die Ergebnisse dieses Glückstreffers veröffentlichen Forscher aus Mainz, Leipzig und Lund in Schweden jetzt in dem amerikanischen Fachblatt Geophysical Research Letters. Sie zeigen, dass der Ausbruch die Schwefel-Konzentration in den Proben um den Faktor 10, die Anzahl feinster Staubteilchen sogar um den Faktor 1000… Weiterlesen
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern, das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben wird, ist auf seiner 24. Arktisexpedition. 119 Wissenschaftler aus sieben Ländern untersuchen auf drei Fahrtabschnitten das gesamte Spektrum aktueller Arktisthemen: Klimageschichte und gegenwärtige Klimaentwicklung, Auswirkungen auf das Ökosystem von den Bakterien bis zu den Meeressäugern, sowie geowissenschaftliche Fragestellungen zur Sedimentstruktur und Tektonik der Arktis. Die Polarstern wird am 25. September in Bremerhaven zurück erwartet.
Der erste Fahrtabschnitt führt die Wissenschaftler durch die Grönlandsee und die Framstraße nach Longyearbyen auf Spitzbergen. Das Gebiet steht seit einigen Jahrzehnten verstärkt im Blickpunkt ozeanographischer Forschung, da sich dort Schlüsselprozesse im Ozean abspielen und die Region ausgesprochen empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen ist. In der Framstraße werden unter anderem Verankerungen von… Weiterlesen