Aufgrund des Verdachts, dass in Hessen angebauter Salat über Wasser aus einem benachbarten Fließgewässer mit EHEC-Erregern in Kontakt gekommen sein könnte, wurden auch aus diesem Fließgewässer Proben entnommen und untersucht. Das Hessische Sozialministerium und das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilten mit, dass in dieser Wasserprobe der EHEC-Erreger O 104:H 4 nachgewiesen wurde. In einer untersuchten Salatprobe wurde hingegen ein anderer EHEC-Typ festgestellt. Weiterhin teilten die Ministerien mit, dass ein Ausbruch von EHEC-Infektionen nach einer Feier auf Lebensmittel zurückzuführen ist, die durch Menschen kontaminiert waren. Das Nationale Referenzlabor E. coli am BfR hat die Nachweise von EHEC O104:H4 bestätigt.
Ob und in welchem Ausmaß der EHEC-Erreger O104:H4 in fließenden Gewässern vorzufinden ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden.… Weiterlesen
Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschungsarbeit im münsterschen Hygiene-Institut sind Studien zum Reservoir und zum Umweltverhalten des EHEC-Erregers. Prof. Karch: „Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus. Wir können also nicht ausschließen, dass er sich in unserer Umwelt bereits eingenistet hat. Daher müssen wir jetzt auch Strategien entwickeln, wie wir ihn dauerhaft wieder beseitigen können.“
Bereits fest steht, dass der aktuelle Erreger wie ein „klassischer“ EHEC sehr niedrige pH-Werte (2,5 bis 3,5) mindestens zwei Stunden toleriert. Das bedeutet, dass er anders als z.B. Salmonellen die normale Säurebarriere des menschlichen Magens überstehen kann und schon wenige Keime zur Infektion und zur Erkrankung führen können. Der jetzige Ausbruchsstamm und der zehn Jahre alte HUSEC041 zeigen zudem das gleiche „Anheftungsmuster“ an den Darmzellen. „Auch… Weiterlesen
Eine mit dem gefährlichen Keim infizierte Mitarbeiterin eines Partyservices aus Nordhessen übertrug das Bakterium auf Essen und steckte 20 Teilnehmer einer Familienfeier in Niedersachsen an. Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums vom Freitag wurde der Erreger inzwischen auch in einem Bach in Frankfurt am Main nachgewiesen. Es bestehe aber keine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung, betonte die Behörde. Unterdessen forderte der gefährliche Darmkeim das 39. Todesopfer.
Quelle: RP-Online
Ein vierter Mensch ist in Nordrhein-Westfalen an den Folgen des gefährlichen Darmkeims EHEC gestorben. Der 81-jährige Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke habe sich mit dem Erreger infiziert und sei am Donnerstag dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erlegen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit.
Bei dem Rentner hätten die Nieren versagt. Er soll sich nach bisherigen Erkenntnissen im Mai in Cuxhaven infiziert haben.
Quelle: RP-Online

Eine Handhabe gegen Ehec-Bakterien: Mit diesem Gerät könnten Verbraucher Lebensmittel in der heimischen Küche von gefährlichen Bakterien wie dem Ehec-Erreger O104:H4 befreien. Das Gerät reduzierte eine die Zahl der Bakterien in einer Kolonie nach 15 Sekunden Behandlung auf ein 100 000stel und ließe sich für etwa 100 Euro produzieren. Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
In ersten Experimenten reduzieren Prototypen alltagstauglicher Geräte die Zahl der gefährlichen Erreger drastisch.
Die nächste Welle von Infektionen mit Ehec-Bakterien lässt sich möglicherweise verhindern. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching und des Münchener Klinikums Schwabing haben verschiedene Ehec-Bakterienstämme wirkungsvoll mit kaltem Plasma abgetötet. Kaltes Plasma besteht aus einem Gas, das bei moderater Temperatur stark ionisiert wird. Es erwies sich nun auch als wirkungsvolles Mittel gegen die Erreger des Stamms O104:H4, der den aktuellen Ausbruch mit tausenden schweren Krankheitsverläufen ausgelöst hat. Für ihre Experimente benutzten die Forscher Prototypen von Geräten, die sich für den kostengünstigen Einsatz in Lebensmittelbetrieben und in privaten Haushalten eignen könnten.
Mehr als 100 Kulturen der Ehec-Bakterien reduzierten die Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik und des Städtischen Klinikums Schwabing mit kaltem Plasma drastisch. Bei allen Bakterien handelte es sich um Shiga-Toxin produzierende E. coli Bakterien des Serotyps O104:H4, die während der aktuellen Ehec-Welle von fünf Patienten mit HUS-Syndrom isoliert wurden. Weiterlesen
Beim aktuellen EHEC/HUS-Ausbruch sind dem RKI gemäß Infektionsschutzgesetz bislang 2.610 Fälle mit einer Infektion mit EHEC übermittelt worden (Datenstand 16.6.2011, 15.00 Uhr – mit Datenstand 15.6.2011, 15.00 Uhr waren es 2.518 Fälle gewesen). Davon sind 13 EHEC-Patienten gestorben (unverändert zum Datenstand 15.6.2011). Außerdem wurden dem RKI bislang insgesamt 798 Fälle mit HUS übermittelt (786 Fälle beim Datenstand 15.6.2011), davon sind 25 HUS-Patienten gestorben (unverändert zum Datenstand 15.6.2011). Damit sind dem RKI insgesamt 3.408 EHEC- oder HUS-Fälle übermittelt worden, darunter 38 verstorbene EHEC- oder HUS-Patienten (3.304 Erkrankungsfälle, darunter 38 Todesfälle beim Datenstand 15.6.2011).
Seit etwa einer Woche werden Erkrankungen an HUS/EHEC auf deutlich niedrigerem Niveau als zuvor an das RKI übermittelt. Daten aus der Surveillance blutiger Durchfälle in den Notaufnahmen freiwillig… Weiterlesen