Ein Forscherteam um Christian Hertweck hat zum ersten Mal anaerobe Bakterien zur Bildung von Antibiotika bewegen können. Die Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie -Hans-Knöll-Institut in Jena imitierten durch Zugabe von Bodenextrakt zum Nährmedium die Verhältnisse in der Natur. Das Bodenbakterium Clostridium cellulolyticum stimulierten sie dadurch zur Bildung einer Verbindung, die unter den üblichen Laborbedingungen nicht produziert wird. Die als Closthioamid bezeichnete neue Substanz ist gegen Problemkeime wie multiresistente Staphylokokken wirksam und könnte als Grundlage für die Entwicklung einer neuen Antibiotika-Generation dienen.
Jena. Erstmals ist es gelungen, anaerobe Bakterien zur Bildung von Antibiotika zu bewegen. Solche Mikroorganismen, die nur in völliger Abwesenheit von Sauerstoff gedeihen können, waren bislang als Wirkstoff-Produzenten völlig unbekannt. Christian Hertweck und sein Team vom Leibniz-Institut… Weiterlesen
Während einer Expedition südlich der Kanarischen Inseln endeckten Wissenschaftler Spuren einer gewaltigen, bisher völlig unbekannten Rutschung. Die Kieler Meeresforscher untersuchen weshalb dort vor ca. 50.000 bis 60.000 Jahren Teile des Kontinentalhangs abgerutscht sind. Sie ist wahrscheinlich nur 2000 Jahre alt und könnte einige Theorien zur Entstehung großer unterseeischer Hangrutschungen widerlegen.
So große Lawinen sind für Landbewohner eigentlich kaum vorstellbar: Als vor der Küste Nordwestafrikas Teile des Kontinentalhangs abrutschten, bewegten sich die Schuttmassen 900 Kilometer weit von der Abrisskante weg in den Ozean. Am Ende bedeckten sie eine Fläche von 150.000 Quadratkilometern am Meeresboden. “Das ist, als ob in den Alpen Lawinen abgehen und bis Kiel rutschen”, erklärt Professor Sebastian Krastel vom Kieler Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”. Unter seiner Leitung untersuchten… Weiterlesen
Ein deutsch-australisches Expeditionsteam ist mit spektakulären Entdeckungen von den Riffen des Queensland Plateaus und des Großen Barriere-Riffs vor Australien zurückgekehrt. In den letzten drei Wochen haben die Geobiologen dort nach wirbellosen “lebenden Fossilien” wie bestimmten Schwämmen, Stachelhäutern, Kaltwasserkorallen und dem Perlboot Nautilus gesucht. “Die Ökosysteme der Tiefsee am Queensland Plateau haben sich in den letzten Millionen Jahren fast nicht verändert”, sagt der LMU-Forscher Professor Gert Wörheide, der die Expedition zusammen mit Dr. Carsten Lüter vom Museum für Naturkunde Berlin und Professor Joachim Reitner von der Universität Göttingen leitete. “Wir hatten vermutet, dass hier Organismen, die schon als ausgestorben galten, seit dem Ende des Mesozoikums vor 65 Millionen Jahren einen Lebensraum gefunden haben. Und tatsächlich sind uns bei dieser Expedition einige… Weiterlesen