Wer in früheren Jahren neue Apfelsorten züchten wollte, brauchte vor allem viel Geduld. Ob die Bemühungen um neue Apfelsorten und Geschmacksvarianten oder besonders saftige Äpfel von Erfolg gekrönt gewesen waren, sah man erst, wenn der neu gezogene Baum auch wirklich Früchte trug: Also erst nach vielen Jahren. Apfelzüchter und Wissenschaftler sind jetzt angetreten, das zu ändern. Mit modernsten molekulargenetischen Methoden wollen sie dafür sorgen, dass der Züchter schon am Sämling erkennt, was für Früchtchen er sich möglicherweise heranzieht und so eine zielgerichtete Vorauswahl treffen kann.
Dabei helfen ihm molekulare Marker für Resistenzen gegen häufige Krankheiten, aber auch für Fruchteigenschaften wie Zucker- und Säuregehalt, Knackigkeit, Aroma oder Farbe. Sind die betreffenden Marker im Erbgut der Sämlinge nachweisbar, ist mit großer… Weiterlesen
In diesen Tagen findet in Mexiko die Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt, im Oktober 2010 ging in Japan die UN-Konferenz zur Biodiversität zu Ende. Beide Themen sind inhaltlich eng verwoben. Diese Verzahnung betont auch der aktuelle Jahresreport der Weltbank 2010: Es müsse vor allem eine Veränderung in den Prioritäten sowie ein aktives und angepasstes Management geben, um die Artenvielfalt unter veränderten Klimabedingungen zu erhalten. Ein umfangreicher Wissensaustausch, das Lernen von Best-Practice-Beispielen sowie Bildung sei dazu notwendig. Über die Ausweitung von Naturschutzgebieten hinaus gehe es um flexible Strategien, die die Interessen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen berücksichtigen. Eine breite Vielfalt von Organisationen, Eigentümern, Managern und Interessenvertretern sollten in Management-Partnerschaften zusammenarbeiten. Zudem könnten ein Belohnungssystem und Ausgleichszahlungen für die Erhaltung von Arten notwendig sein,… Weiterlesen
Mit steigenden Artenzahlen durch das Einwandern neuer Pflanzenarten werden die Pflanzengemeinschaften (Floren) vieler Europäischer Regionen einander immer ähnlicher. Immer häufiger kommen die gleichen Arten vor, wohingegen seltene Arten aussterben. Doch nicht nur die Artengemeinschaften werden sich immer ähnlicher, sondern auch die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Regionen. Diese Prozesse führen zu einem Verlust der Einzigartigkeit Europäischer Floren, schreiben Wissenschaftler des DAISIE-Forschungsprojektes in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachblatts Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS).
Für Ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten der in Europa heimischen Flora (Flora Europaea), ausgestorbener Arten (nationale Rote Listen) und eingewanderter Pflanzen aus (DAISIE-Datenbank, www.europe-aliens.org). So sind seit 1500 zu den ca. 11.000 heimischen europäischen Pflanzenarten etwa 1.600 neue, nicht-europäische Arten dazugekommen. Dabei betrachteten… Weiterlesen
Wissenschaftler aus aller Welt fordern: Das Thema Versauerung der Meere muss auf die Tagesordnung von Kopenhagen gesetzt werden
Die Versauerung der Meere, eine der wichtigsten Herausforderungen des Klimawandels, wird auf der Tagesordnung der UN-Konferenz von Kopenhagen eventuell fehlen, warnen Akademien der Wissenschaften aus aller Welt. Es ist zu erwarten, dass die Versauerung der Meere einen massiven Abbau unserer Korallenriffe und dramatische Veränderungen in der Zusammensetzung der Artenvielfalt unserer Meere verursachen sowie die Nahrungsmittelproduktion für und den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen beeinflussen werden.
Diese Warnung wurde in einer gemeinsamen Erklärung von 70 Mitgliedsakademien des InterAcademy Panel (des Internationalen Akademie-Ausschusses, IAP) publiziert, dem die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften angehört.
Martin Rees, Präsident der Royal Society… Weiterlesen
Bundesländer gefährden Artenvielfalt
Berlin – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rufen die Bundesregierung auf, die aktuellen Forderungen der Bundesländer zur Aufweichung der Naturschutzstandards in Deutschland zurückzuweisen. Angesichts des dramatischen Verlustes an Arten und Lebensräumen sei schon der erste Entwurf des Bundesnaturschutzgesetzes ein Minimalkompromiss gewesen, der eine Reihe von Defiziten aufweise. Ein großer Teil der vom Bundesrat gewünschten Korrekturen am Entwurf fordere nun noch weitergehende Verschlechterungen im Naturschutz. Das Bundesnaturschutzgesetz soll voraussichtlich am 3. Juni im Kabinett behandelt und am 19. Juni im Bundestag verabschiedet werden.
Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: „Die Bundesländer müssen im Naturschutz endlich mehr Verantwortung zeigen. Die dramatische Bedrohung vieler Tier- und Pflanzenarten erlaubt keine weitere Absenkung der bewährten Standards im… Weiterlesen
Miller: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie nur schleppend
Berlin/Brüssel – Europas Gewässer sind nach wie vor noch längst nicht so sauber, wie sie sein könnten. Das europäische Vorhaben, mit der Wasserrahmenrichtlinie bis 2015 europaweit die Wasserqualität und auch die Artenvielfalt an und in unseren Bächen, Flüssen und Seen zu verbessern, kommt nur schleppend voran. Schuld daran, sind vor allem mangelhafte Bewirtschaftungspläne der Gewässer. Das belegt eine neue Studie des Europäischen Umweltbüros, die unter Mitarbeit von mehreren Verbänden wie auch dem NABU entstanden ist.
Experten aus Deutschland und weiteren EU Ländern hatten exemplarisch die bislang vorliegenden Entwürfe für die Bewirtschaftung der Gewässer unter die Lupe genommen. Die Kriterien „Transparenz und Wassermanagement in öffentlicher Hand“, „Abwasservermeidung und guter Wassergebrauch“, „Mehr Platz für lebendige Flüsse“,… Weiterlesen