Eine veränderte Regulierung bestimmter Gene weisen Mäuse auf, die nach der Geburt kurz von ihrer Mutter getrennt werden, wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in einer neuen Studie gezeigt haben. Dies wird durch die Anlagerung einfacher chemischer Signalflaggen an die Erbsubstanz, so genannte epigenetische Markierungen, hervorgerufen. Infolgedessen bilden die Mäuse vermehrt Stresshormone und können mit belastenden Situationen schwer umgehen. Die neuen Erkenntnisse dokumentieren wie Umweltfaktoren auf unsere Gene einwirken und eröffnen ein besseres Verständnis für die Entwicklung von stressbedingten Erkrankungen wie z.B. der Depression (Nature Neuroscience, 8. November 2009).
Dass Belastungen in der frühen Kindheit das Risiko erhöhen, an schweren Depressionen und Angststörungen zu erkranken, ist seit langer Zeit auch beim Menschen bekannt. Der molekulare Mechanismus dahinter war allerdings bisher… Weiterlesen
Eine Arbeitsgruppe um die Düsseldorfer Psychologin Prof. Dr. Bettina Pause (Institut für Experimentelle Psychologie) konnte erstmals nachweisen, dass Angst über den Geruch zwischen zwei Menschen übertragen wird. Dabei muss der Angstgeruch nicht bewusst wahrgenommen werden. Der Lehrstuhlinhaberin für Biologische Psychologie und Sozialpsychologie gelingt damit der Nachweis, dass auch Menschen chemisch kommunizieren. Bislang lagen solche Forschungen nur aus dem Tierreich vor.
Riecht ein Mensch die Angstmoleküle eines anderen, so werden im Hirn des Wahrnehmenden solche Gehirnregionen aktiviert, die für Empathie und die Erkennung von Angstzuständen zuständig sind. Dies sind die Inselrinde, das Cingulum und der fusiforme Kortex.
Wie wurde dies nun festgestellt? Die Psychologen nahmen von Studierenden vor wichtigen akademischen Prüfungen “Angstschweißproben”. Dazu mussten die Probanden eine Viertelstunde lang vor der… Weiterlesen
Die angstlösende Substanz macht weder müde noch zeigt sie ein Abhängigkeitspotential
Jeder siebte Bundesbürger entwickelt im Laufe seines Lebens eine Angsterkrankung, die therapiert werden muss. Gängige angstlösende Medikamente (Anxiolytika) basieren auf der Wirkstoffklasse der Benzodiazepine. Diese beruhigen die Patienten und verringern rasch die Angstgefühle. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, Medikamententoleranz und Entzugsprobleme machen eine langfristige Einnahme jedoch problematisch. Wissenschaftler um Rainer Rupprecht, Fellow am Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie, konnten nun erstmals den Nachweis erbringen, dass über einen neuartigen Mechanismus auf der Grundlage von Neurosteroiden, welche sich vom Hormon Progesteron ableiten, neue Anxiolytika entwickelt werden können. Ein solches Medikament zeigte im Tierexperiment sowie in einer klinischen Studie deutlich weniger Nebenwirkungen. (Science Express 18. Juni 2009)
Wenn Angstgefühle ein normales Maß übersteigen und… Weiterlesen
Vögel, Mäuse oder auch Elefanten z.B. haben es alle gemeinsam, sie spüren ein nahendes Erdbeben. Selbst in der Vorzeit wussten unsere Ahnen schon, dass Tiere Minuten, Stunden oder sogar Tage vor einem Erdbeben sich seltsam verhielten und zu flüchten versuchten. Eine Erklärung wäre, dass durch die Reibung und dem Druck in der obersten Erdschicht elektrische Ströme entstehen, die das in den Rissen des Gesteins vorhandene Wasser auflösen und kondensieren lassen. Die Tiere atmen dieses Kondensat ein und somit wird über Botenstoffe im Gehirn die Freisetzung von Serotonin (Nervenbotenstoff) ausgelöst. Das erzeugt Angst und bei den Tieren das Bedürfnis zu flüchten oder zu erstarren und sich ruhig zu verhalten. Ähnlich ist es bei Vögeln bei nahender Gefahr zu beobachten. Wird z.B.… Weiterlesen