Um Krankheitserreger effektiv zu bekämpfen, müssen Abwehrzellen die abgelegendsten Stellen unseres Körpers erreichen können. Dazu nutzen sie zwei große Gefäßsysteme: das Blut- und das Lymphgefäßsystem. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried haben jetzt erstmals beobachten können, wie Abwehrzellen durch kleine Öffnungen in der Gefäßwand der Lymphgefäße schlüpfen. “Die Zelle schiebt dabei einen Zellausläufer in die Öffnung”, beschreibt Forschungsgruppenleiter Michael Sixt. “So blockiert sie wie mit einem Fuß in der Tür den Eingang, dehnt die Öffnung leicht auf und schiebt sich dann hindurch.” Die Arbeit wurde im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.
Die Untersuchungsobjekte von Michael Sixt, sogenannte dendritische Zellen, gehören zur menschlichen Immunabwehr. Wie eine Art Polizei sitzen sie in Geweben wie der Haut und warten auf Eindringlinge. Trifft… Weiterlesen
In der Milz scheinen bestimmte uralte Abwehrzellen im Immunsystem eine nicht gewöhnliche Doppelfunktion zu übernehmen: Sie fressen einerseits und verdauen Krankheitserreger – das ist die Rolle, für die sie “ausgebildet” sind. Andererseits – und das ist neu – sammeln sie gewissermaßen Bestandteile der Erreger. Diese reichen sie an einen viel jüngeren Teil der Immunabwehr weiter und informieren ihn so darüber, von welcher Seite Gefahr droht. Forscher der Universität Bonn haben diesen Mechanismus zusammen mit Kollegen aus Amsterdam und Utrecht identifiziert. Sie stellen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PNAS vor (doi:10.1073/pnas.0909541107).
Unser Immunsystem fährt zweigleisig. Schon sehr früh im Laufe der Evolution entwickelte sich die angeborene Immunabwehr. Sie ist von Geburt an voll funktionsfähig. Ihr wohl wichtigster Bestandteil… Weiterlesen
Bei Impfstoffen ist die Art der Lagerung wichtig. Aus verschiedenen Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht hervor, dass bis zu 35 % der frostempfindlichen Impfstoffe während ihres Transports unbrauchbar werden, weil sie Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt sind. Die Folgen für die jeweils Betroffenen liegen auf der Hand. Es gilt für die Forschung daher, beständig Verfahren zur Überwachung der Lagertemperatur von Impfstoffen voranzutreiben.
Dies ist einer Gruppe von Chemikern der Universität Regensburg auf herausragende Weise gelungen. Ihnen gelang die Entwicklung eines neuartigen Frostsensors, der auf den Verpackungen von Impfstoffen angebracht wird und eine Unterschreitung der Lager- oder Transporttemperatur unter den Gefrierpunkt von Wasser durch eine irreversible Farbänderung zuverlässig anzeigt. Die Entwicklung wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens auf den Weg gebracht, das… Weiterlesen
Ob AIDS, Malaria oder Hepatitis C – folgenschwere Krankheiten wie diese sollen künftig möglichst schon präventiv durch genetische Impfungen eingedämmt werden. Dabei soll das Immunsystem den Kampf gegen den Erreger dadurch lernen, dass lediglich Teile der Erreger-Erbsubstanz statt eines abgeschwächten Erregers verabreicht werden. “Dazu kommen spezielle sogenannte Gen-Fähren zum Einsatz, die das Erbgut in den Körper transportieren”, erläutert Florian Kreppel. Bislang befinde sich dieser Impfansatz allerdings noch in der Erforschung. Ein Problem dabei: “Diese Impfstoffe sind nicht in der Lage, Immunzellen gezielt anzusteuern, um dann die Abwehrzellen des Körpers zu stimulieren”, so der seit 2003 in Ulm tätige Wissenschaftler, “hier wollen wir mit unserer Technologie ansetzen”. Daran arbeite seine Gruppe seit 2004.
Mittels dieser Plattformtechnologie sollen die bei genetischen Impfungen… Weiterlesen
Um Krankheitserreger auch in den entlegendsten Gebieten des Körpers effektiv bekämpfen zu können, müssen sich Abwehrzellen sehr schnell und flexibel bewegen können.
Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie in Martinsried bei München haben jetzt den Mechanismus entschlüsselt, mit dem sich diese wendigen Zellen auf verschiedenen Oberflächen fortbewegen. “Wie bei einem Auto gibt es einen Motor, eine Kupplung und Räder, die für die nötige Reibung sorgen”, sagt Forschungsgruppenleiter Michael Sixt. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit Kollegen vom MPI für Metallforschung in Stuttgart. (Nature Cell Biology, 15. November 2009)
Abb. Eine Immunzelle bahnt sich ihren Weg und bildet dabei fingerartige Ausstülpungen. Farbig markiert ist hierbei das Zellskelett.
Weiße Blutkörperchen, auch Leukozyten oder Immunzellen genannt, bekämpfen auf vielfältige Weise Infektionen im menschlichen… Weiterlesen