Zirka 4 Wochen nach Eingang der ersten Patientenproben am 23. Mai in Münster erschien am 23. Juni die erste Publikation des Wissenschaftlerteams der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster um Prof. Dr. Dr. h.c. Helge Karch. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des Instituts für Hygiene und des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Münster sowie des Nationalen Referenzzentrums für Salmonellen und andere enteritische Pathogene am Robert Koch-Institut (RKI, Außenstelle Wernigerode). In der Online-Ausgabe des Lancet Infectious Diseases berichten die EHEC-Forscher über ihre Forschungsergebnisse zur geno- und phänotypischen Charakterisierung von insgesamt 80 Patientenisolaten, die aus 17 Städten Deutschlands stammen und in dem Zeitraum vom 23. Mai bis 2. Juni 2011 isoliert wurden.
Zunächst wurde die genetische Verwandtschaft zu… Weiterlesen
Beim aktuellen EHEC/HUS-Ausbruch sind dem RKI gemäß Infektionsschutzgesetz bislang 2.684 Fälle mit einer Infektion mit EHEC übermittelt worden (Datenstand 17.6.2011, 15.00 Uhr – beim Datenstand 16.6.2011, 15.00 Uhr, waren es 2.610 Fälle gewesen). Davon sind 12 EHEC-Patienten gestorben (Korrektur gegenüber 13 EHEC-Todesfällen zum Datenstand 16.6.2011). Außerdem wurden dem RKI bislang insgesamt 810 Fälle mit HUS übermittelt (798Fälle beim Datenstand 16.6.2011), davon sind 27 HUS-Patienten gestorben (25 zum Datenstand 16.6.2011). Damit sind dem RKI insgesamt 3.494 EHEC- oder HUS-Fälle übermittelt worden, darunter 39 verstorbene EHEC- oder HUS-Patienten (3.408 Erkrankungsfälle, darunter 38 Todesfälle beim Datenstand 16.6.2011).
Seit über zehn Tagen werden Erkrankungen an HUS/EHEC auf deutlich niedrigerem Niveau als zuvor an das RKI übermittelt. Daten… Weiterlesen
Aufgrund des Verdachts, dass in Hessen angebauter Salat über Wasser aus einem benachbarten Fließgewässer mit EHEC-Erregern in Kontakt gekommen sein könnte, wurden auch aus diesem Fließgewässer Proben entnommen und untersucht. Das Hessische Sozialministerium und das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilten mit, dass in dieser Wasserprobe der EHEC-Erreger O 104:H 4 nachgewiesen wurde. In einer untersuchten Salatprobe wurde hingegen ein anderer EHEC-Typ festgestellt. Weiterhin teilten die Ministerien mit, dass ein Ausbruch von EHEC-Infektionen nach einer Feier auf Lebensmittel zurückzuführen ist, die durch Menschen kontaminiert waren. Das Nationale Referenzlabor E. coli am BfR hat die Nachweise von EHEC O104:H4 bestätigt.
Ob und in welchem Ausmaß der EHEC-Erreger O104:H4 in fließenden Gewässern vorzufinden ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden.… Weiterlesen
Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschungsarbeit im münsterschen Hygiene-Institut sind Studien zum Reservoir und zum Umweltverhalten des EHEC-Erregers. Prof. Karch: „Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus. Wir können also nicht ausschließen, dass er sich in unserer Umwelt bereits eingenistet hat. Daher müssen wir jetzt auch Strategien entwickeln, wie wir ihn dauerhaft wieder beseitigen können.“
Bereits fest steht, dass der aktuelle Erreger wie ein „klassischer“ EHEC sehr niedrige pH-Werte (2,5 bis 3,5) mindestens zwei Stunden toleriert. Das bedeutet, dass er anders als z.B. Salmonellen die normale Säurebarriere des menschlichen Magens überstehen kann und schon wenige Keime zur Infektion und zur Erkrankung führen können. Der jetzige Ausbruchsstamm und der zehn Jahre alte HUSEC041 zeigen zudem das gleiche „Anheftungsmuster“ an den Darmzellen. „Auch… Weiterlesen
Eine mit dem gefährlichen Keim infizierte Mitarbeiterin eines Partyservices aus Nordhessen übertrug das Bakterium auf Essen und steckte 20 Teilnehmer einer Familienfeier in Niedersachsen an. Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums vom Freitag wurde der Erreger inzwischen auch in einem Bach in Frankfurt am Main nachgewiesen. Es bestehe aber keine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung, betonte die Behörde. Unterdessen forderte der gefährliche Darmkeim das 39. Todesopfer.
Quelle: RP-Online
Ein vierter Mensch ist in Nordrhein-Westfalen an den Folgen des gefährlichen Darmkeims EHEC gestorben. Der 81-jährige Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke habe sich mit dem Erreger infiziert und sei am Donnerstag dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erlegen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit.
Bei dem Rentner hätten die Nieren versagt. Er soll sich nach bisherigen Erkenntnissen im Mai in Cuxhaven infiziert haben.
Quelle: RP-Online